Tiefbohranlagen

 

Eine Spezialität unseres Ingenieurbüros ist die schalltechnische Untersuchung von Tiefbohranlagen, die nicht nur für die Erdöl- und Erdgasgewinnung, sondern in den letzten Jahren auch zunehmend im Bereich der Geothermie eingesetzt werden.

Gerade bei Bohrungen zur Gewinnung geothermischer Energie befindet sich der Bohransatzpunkt häufig in der Nähe von Wohnungen oder anderen schutzbedürftigen Nutzungen.

Im Rahmen des bergrechtlichen Genehmigungsverfahrens sind auch die Regeln der TA Lärm zur Ermittlung und Beurteilung der Geräuschimmissionen zu beachten.

Für die Durchführung von Geräuschprognosen für geplante Bohrungen verfügen wir über schalltechnische Simulationsmodelle nahezu aller bedeutenden Hersteller und Betreiber von Tiefbohranlagen, die in Europa zum Einsatz kommen (z. B. Bentec, ITAG, Wirth, Drillmec, Herrenknecht Vertical).

 

Geräuschminderungskonzepte für Tiefbohranlagen

Sollte die Geräuschprognose zeigen, dass mit Geräuschkonflikten in der schutz- bedürftigen Nachbarschaft zu rechnen ist, entwickeln wir machbare und wirkungsvolle Geräuschminderungskonzepte. Dabei werden zunächst Geräuschreduzierungs- möglichkeiten an einzelnen Aggregaten betrachtet, die sowohl ebenerdig (z. B. Spülpumpen, Generatoren, Hydraulikaggregate) als auch in exponierter Lage (u. a. Schüttelsiebe, Topdrive, Hebewerk) zu finden sind.

Ein erfolgreiches Geräuschminderungskonzept entsteht aber nur, wenn nicht nur einzelne Teile der Bohranlage isoliert gesehen werden, sondern die Tiefbohranlage mit ihren Hauptbetriebszuständen als Ganzes verstanden wird. Dies geschieht mit Hilfe eines schalltechnischen Modells der gesamten Bohranlage, das in der Lage ist, die Anteile einzelner Bereiche der Anlage an den Schallimmissionen zu quantifizieren und damit einen Hinweis auf das Geräuschminderungspotential an diesen Aggregaten zu geben.

In vielen Fällen kann auch zusätzlich eine genügend hohe, mobile Schallschutzwand eingesetzt werden, um bodennah arbeitende Geräuschquellen abzuschirmen.

 

Entwicklung lärmarmer Bohranlagen

Grundsätzlich ist es auch wirtschaftlich sinnvoll, bereits im Entwicklungsstadium der Anlage, die Geräuschemission so gering wie möglich zu halten. Wir begleiten die Entwicklung unter akustischen Aspekten von den Zeichnungen der einzelnen Aggregate bis hin zur Fertigstellung der Anlage. In diesem Prozess bewerten wir Anlagenentwürfe unter dem Gesichtspunkt des „lärmarmen Konstruierens“, dimensionieren elastische Lagerungen und unterbreiten Ihnen Vorschläge zu Konstruktionsänderungen und -erweiterungen, die eine deutliche Geräuschminderung erwarten lassen. Durch unsere Kenntnis verschiedenster Bohranlagen können wir aus schalltechnischer Sicht kritische Aggregate benennen und so gezielt mit Ihnen auf eine geräuscharme Bohranlage hinarbeiten.