Sekundärer Luftschall

Über das Erdreich und die Fundamente gelangen Erschütterungen von außen in Gebäude. Dieser Körperschall wird von den in Schwingung versetzten Raumbegrenzungsflächen, insbesondere den Geschossdecken, als relativ tieffrequentes Geräusch abgestrahlt. Dieses Phänomen heißt Sekundärluftschall, um die Geräuscheinwirkung vom Primärschall, der direkt durch die Luft übertragen wird, zu unterscheiden.

Anders als Erschütterungseinwirkungen unterfällt der sekundäre Luftschall § 41 Abs. 1 BImSchG, weil sekundärer Luftschall Verkehrsgeräusch im weiteren Sinne ist. Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil BVerwG 7 A 14.09 vom 21.12.2010 darauf hingewiesen, dass sich auf den Sekundärluftschall bezogene Ansprüche auf Schutzvorkehrungen bzw. auf Geldausgleich nach § 74 Abs. 2 Satz 2 und 3 VwVfG richten. Das in §§ 41 ff. BImSchG normierte Lärmschutzsystem sei nämlich insoweit lückenhaft; denn die Regelung der 16. BImSchV bezieht sich nur auf den primären Luftschall. Ein spezielles Regelwerk zur Bestimmung der Zumutbarkeitsschwelle beim sekundären Luftschall gibt es bislang nicht. Zur Schließung dieser Lücke ist auf Regelungen zurückzugreifen, die auf von der Immissionscharakteristik vergleichbare Sachlagen zugeschnitten sind.

Aber auch technische Geräte im Gebäude (z. B. raumlufttechnische Anlagen, Pumpen und Kompressoren) können sekundären Luftschall verursachen. Die Körperschalleinleitung dieser Geräte unmittelbar in das Gebäude, kann Geräusche in einem - zum Teil weit entfernten Raum - hervorrufen.

Für Anlagen, z. B. in technischen Zentralen über schutzbedürftigen Räumen, Wohnungen und Büro- oder Besprechungsräumen, planen wir gezielt körperschall– und schwingungsisolierende Maßnahmen.