Lärmexpositionspegel

Lärm im Sinne der LärmVibrationsArbSchV ist jeder Schall, der zu einer Beeinträchtigung des Hörvermögens oder zu einer sonstigen mittelbaren oder unmittelbaren Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten führen kann.

Wenn die Beschäftigten Lärm oder Vibrationen ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein könnten, hat der Arbeitgeber laut § 3 LärmVibrationsArbSchV im Rahmen einer von fachkundigen Personen durchgeführten Gefährdungsbeurteilung die auftretenden Expositionen zu ermitteln und unter Berücksichtigung der Auslöse- und Expositionsgrenzwerte zu bewerten.

Die dafür notwendigen Informationen können den Betriebsanleitungen von Maschinen entnommen werden, die gemäß Maschinenrichtlinie 2006/42/EG bzw. gemäß Neunter Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (9. ProdSV) Informationen über die Höhe des von einer Maschine ausgehenden Lärms bzw. der Vibrationen enthalten müssen. Kann die Einhaltung der Auslöse- und Expositionsgrenzwerte so nicht sicher ermittelt werden, muss der Umfang der Exposition fachkundig durch eine Messung festgestellt werden.

Für die Beurteilung der Lärmexposition wird der Tages-Lärmexpositionspegel L(EX,8h) herangezogen. Der Energieinhalt von Schallimpulsen ist im Messergebnis enthalten, ein Impulszuschlag zur Bewertung von Schallspitzen ist nicht erforderlich.

Der Tages-Lärmexpositionspegel L(EX,8h) ist der über die Zeit gemittelte Lärmexposi- tionspegel bezogen auf eine Achtstundenschicht. Er umfasst alle am Arbeitsplatz auftretenden Schallereignisse. Im Ausnahmefall, wenn die Lärmexposition von Tag zu Tag sehr stark schwankt, kann bei der zuständigen Behörde beantragt werden, dass der Wochen-Lärmexpositionspegel L(EX,40h) zur Beurteilung verwendet werden darf.

Der Wochen-Lärmexpositionspegel L(EX,40h) ist der über die Zeit gemittelte Tages-Lärmexpositionspegel bezogen auf eine 40-Stunden-Woche. Impulsspitzen werden über den zu ermittelnden Spitzenschalldruckpegel L(pC,peak) erfasst. Der Spitzenschall-druckpegel  L(pC,peak) ist der Höchstwert des momentanen Schalldruckpegels.

Bei der Exposition der Beschäftigten gegenüber Lärm sind in der Gefährdungsbeurteilung untere und obere Auslösewerte zu berücksichtigen.

Die Auslösewerte in Bezug auf den Tages-Lärmexpositionspegel L(EX,8h) und den Spitzenschalldruckpegel L(pC,peak) betragen:

Oberer Auslösewert: L(EX,8h) = 85 dB(A) bzw. L(pC,peak) = 137 dB(C)

Unterer Auslösewert: L(EX,8h) = 80 dB(A) bzw. L(pC,peak) = 135 dB(C)

Bei der Anwendung der Auslösewerte wird die dämmende Wirkung eines persönlichen Gehörschutzes der Beschäftigten nicht berücksichtigt.

 

Maßnahmen bei Erreichen oder Überschreitung des unteren Auslösewertes:

  • Unterweisung der Beschäftigten auf Grundlage der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung

 

Maßnahmen bei Überschreitung des unteren Auslösewertes:

  • Allgemeine arbeitsmedizinische Beratung
  • Bereitstellung eines geeigneten persönlichen Gehörschutzes
  • Angebot von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen

 

Maßnahmen bei Erreichen oder Überschreitung des oberen Auslösewertes:

  • Kennzeichnung des Lärmbereichs sowie Abgrenzung, falls technisch möglich
  • Beschäftigte dürfen nur tätig werden, wenn das Arbeitsverfahren dies erfordert
  • Veranlassung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und Führen einer Vorsorgekartei
  • Der bereit gestellte Gehörschutz muss bestimmungsgemäß getragen werden
  • Lärmminderungsprogramm aufstellen und durchführen

Die Gefährdungsbeurteilung ist bei maßgeblichen Änderungen der Arbeitsbedingungen oder bei Hinweisen aus den Ergebnissen der arbeitsmedizinischen Vorsorge zu aktualisieren.

Wir bieten Ihnen Unterstützung an:

  • bei der Gefährdungsbeurteilung
  • bei der Lösung von Messaufgaben